Südtirol - Meran/Schenna

Meran und Schenna

An der Passerpromenade

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Meran ist nach Bozen die zweitgrößte Stadt Südtirols und seit dem 19. Jhdt. als Kurort bekannt. Sie liegt in einem Talkessel am Zugang des Passeiertals und des Vinschgaus, hier fließen Etsch und Passer zusammen. Das Klima ist so mild, dass hier Palmen wachsen, d.h. es gibt selbst im Winter normalerweise keine nennenswerten Minusgrade.

Gleich an unserem ersten Urlaubstag fuhren wir also nach Meran. Silke hatte sich dort mit einer Bekannten aus einem der zahlreichen Hundeforen, in denen sie unterwegs ist, verabredet. Da die Bekannte in Schenna - unweit von Meran - abgestiegen war, konnte man sich schnell auf den Ort einigen, an dem man sich treffen wollte.

Die Fahrt von Klausen dorthin führte uns zunächst über die kostenpflichtige Autobahn nach Bozen, dann über die autobahngleich ausgebaute Schnellstraße 'MeBo' bis zum Ziel. So konnten die knapp 60 km in einer guten Dreiviertelstunde bewältigt werden. In Meran ist Südtirol außer in Bozen am wärmsten, und als wir dort ankamen, gab die Sonne alles und trieb die Temperaturen bis nahe 30°.

Nachdem wir unser Auto in der Tiefgarage der 2005 neu eröffneten Therme abgestellt hatten, brauchte es nur wenige Schritte, um über eine Brücke ins Stadtzentrum zu gelangen. Dort - am Stadttheater - trafen wir die Bekannte und ihren Havaneser. Havaneser sind kleine, relativ zugewachsene Hündchen auf kurzen Beinen. Viele finden sie niedlich.

Wir fünf - einschließlich der Fiffis - schlenderten alsdann durch die berühmte Laubengasse. Hier wimmelte es von Fach- und Feinkostläden, in die wir noch einen kurzen Blick werfen konnten, da es kurz vor Mittag war. Ausgedehntes Shopping fiel also zunächst mal aus. Daher lenkten wir unsere Schritte in Richtung Passeirer Tor, um vielleicht ein wenig auf der schönsten und längsten Promenade Merans, dem Tappeinerweg, zu wandeln. Vorbei an der Pfarrkirche St. Nikolaus und der Barbarakapelle durchschritten wir das alte Stadttor.

Passeirer Tor

Von nun an ging es ziemlich bergan, während sich rechts eine schöne Parkanlage erstreckte, die hinunter zur Sommer- und Winterpromenade der Passer führte. So verwarfen wir unser Vorhaben, in der Mittagshitze zum Tappeinerweg hinaufzugehen, recht schnell und betraten die besagte Parkanlage. Üppiges Grün säumte hier die Wege, die serpentinenartig zur so genannten Winterpromenade am Ufer der Passer hinunterführten.

Unten angekommen, wechselten wir über eine Brücke über den hier in einem schmalen Felsbett geführten, fast schon reißenden Fluss - ein Bild, das man eher in der Wildnis als am Rande einer größeren Stadt erwartet hätte. Am anderen Ufer - der Sommerpromenade - schlenderten wir dann gemächlich Richtung Stadt zurück. Die Benennung der Promenaden geht übrigens darauf zurück, dass die eine Uferseite fast ganztägig der Sonne ausgesetzt ist - das liebt man im Winter. Im Sommer hingegen bevorzugt man wohl eher den Schatten, und den bekommt man am anderen Ufer geboten.

Wilder Fluss: die Passer vor den Toren von Meran

Über die Postbrücke wechselten wir wieder auf die andere Flussseite, wo wir auf die Wandelhalle trafen, die es auch bei schlechtem Wetter ermöglicht, sich ein wenig die Beine zu vertreten. Ab hier reihte sich bis ins Stadtzentrum Lokal an Lokal, die meisten waren gut besucht. Wir stärkten uns in einer Eisdiele, bevor wir noch einen letzten Abstecher in die Innenstadt machten, wo Silke noch eine dringend benötigte Sonnenbrille erstand. Inzwischen hatte es sich zugezogen  und es sah eher danach aus, als könnte es bald ein Gewitter geben als dass noch einmal die Sonne zum Vorschein käme.

Auf Vorschlag von unserer Bekannten brachten wir sie nach Schenna zurück, wo - wie sie meinte - es durchaus auch einiges zu sehen gäbe. Die Fahrt dorthin dauerte eine gute Viertelstunde.

Das Zentrum von Schenna liegt gut 300 m höher als Meran, zum Gemeindegebiet gehören auch etliche Berge der Sarntaler Alpen, von denen der Hirzer mit fast 2.800 m der höchste ist. Die wichtigste Sehenswürdigkeit des 3.000-Seelen zählenden Dörfchens ist sicherlich Schloss Schenna, das um 1350 erbaut wurde und zu den bedeutendsten Schlössern von Tirol zählt. Ansonsten regiert hier der Tourismus.

Dorfstraße in Schenna, rechts hinten das Schloss

Wir schlenderten noch ein wenig durch den Ortskern, bevor wir die Bekannte an ihrer Ferienwohnung absetzten. Auf dem Rückweg nach Klausen wollten wir die kostenpflichtige Autobahn meiden und lieber 'über die Dörfer fahren', wo es vielleicht noch das eine oder andere zu sehen gibt. Das erwies sich jedoch mindestens für diese Teilstrecke (Bozen-Klausen) als wenig ersprießlich. Im engen Eisacktal ist nun mal nur wenig Platz, und so reicht es gerade für den Fluss, die Autobahn und einige versprengte Orte. So fuhren wir die ganze Zeit neben Fluss und Autobahn her, ohne dass wir dabei nette Örtchen entdeckten, denn die lagen eher abseits. Die größte Abwechslung bestand darin, dass wir ab und zu mal unter der auf Stelzen geführten Autobahn durch auf die andere Seite fuhren. Unter dem Strich dauerte es nur länger als über die Autobahn und war die Ersparnis von 2,10 Euro nicht wert.

Natürlich wären es Schenna und vor allem Meran wert gewesen, noch einmal wiederzukommen und sich die ausgelassenen Sehenswürdigkeiten in Ruhe anzusehen. Das hatten wir auch vor, haben es aber im Laufe dieses Urlaubs nicht mehr geschafft. Vielleicht beim nächsten Mal?

Fotoalbum Meran und Schenna

(in Kürze wieder verfügbar)

 

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