Südtirol - Die Unterkunft

Die Unterkunft: Gasthof Fonteklaus

Gasthof Ansitz Fonteklaus

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Durch einen Zufall (mein Bruder bat mich, auf der entsprechenden Webseite die Telefonnummer nachzusehen) sind wir auf den Gasthof Ansitz Fonteklaus gestoßen und haben spontan beschlossen, dort - und somit in Südtirol - unseren nächsten Urlaub zu verbringen.

Vielleicht geht es euch/Ihnen auch so? Hier ist die Webseite: www.fonteklaus.it

Uns haben die Bilder vom Swimmingpool vor imposanter Bergkulisse und die Beschreibung der allabendlich dargebotenen kulinarischen Genüsse jedenfalls schnell überzeugt. Und relativ preisgünstig ist es dort sowieso.

Fonteklaus: Swimming Pool

Was um alles in der Welt ist denn ein Ansitz?

Ansitze entstanden zwischen dem späten Mittelalter und dem 19. Jahrhundert als Wohnsitze des niedrigen Adels. Sie erinnern in ihrer Formensprache an Burgen und Wohntürme, jedoch fehlt ihnen der wehrhafte Charakter. (Quelle: wikipedia)

In einem solchen Gebäude - einst auch ein Jagdschloss - betreibt die Familie Gfader - aktuell Arnhold Gfader, seine Frau Andrea und sein Bruder Andreas - einen Gasthof mit hervorragender Küche und relativ wenigen Zimmern, darunter auch einige Appartements.

Fonteklaus liegt abgelegen ca. 400 m oberhalb des kleinen Städtchens Klausen (530 m ü.d.M.). Während Klausen direkt an der A22 liegt, erreicht man den Ansitz über eine schmale, fast drei Kilometer lange Zufahrtsstraße, die erst seit dem Frühjahr dieses Jahres durchgehend geteert ist. Zu dieser gelangt man, indem man von der Autobahnauffahrt zunächst ca. 800 m in Richtung Gröden/Val Gardena fährt und dann links abbiegt (gleich nachdem es rechts nach Klausen-Zentrum geht).

Die Zuwegung ist recht “abenteuerlich”, da sie von der Breite her - von einigen Ausweichstellen einmal abgesehen - gerade für ein Fahrzeug reicht. Auch einige steile Passagen haben es in sich - kurz vor dem Ziel ist ein besonders steiler Abschnitt betoniert und mit Querfugen versehen worden, man liegt dort fast im Autositz. Während des 14tägigen Aufenthalts hatten wir jedoch nur selten Gegenverkehr und wenn, dann immer in erreichbarer Nähe einer Ausweichstelle.

Wenn man vor dem Ansitz steht, stellt man fest, dass es zwei Gebäudeteile gibt: rechts den eigentlichen Ansitz mit Ursprung im Mittelalter, links einen offenbar später hinzugefügten Anbau, der die Gaststätte, die Wohnung der Eigentümer und (im ersten Stock) einige der Zimmer beherbergt.

Die nur wenigen Zimmer und Appartements - Webseite und Infomaterial schweigen sich darüber aus, aber dem Vernehmen nach sind es insgesamt elf - sind von unterschiedlicher Größe und Gestaltung. Die im Neubau gelegenen Zimmer - dort hatten auch wir eines - sind schlicht und funktionell, mit Naturholzmöbeln ausgestattet: Ein 1,80 m breites Doppelbett mit brettharter Matratze, eine kleine Sitzgruppe, TV, Kleiderschrank sowie ein kleines Bad mit Dusche. Diese Zimmer liegen direkt unter dem Dach und haben ein hoch gelegenes Fenster, aus dem man die Aussicht nur genießen kann, wenn man auf den darunter gelegenen Sockel steigt. Die Zimmer im Altbau sind geräumiger und etwas besser ausgestattet; dort befinden sich auch die Appartements, die zusätzlich zum Schlafraum über einen kleinen Vorraum mit Wohnzimmercharakter verfügen. Wie man sich erzählt, wurden einige der Zimmer und Appartements im Altbau vor kurzem renoviert, wobei wohl auch einige Zimmer zusammengelegt wurden. Der Gasthof ist übrigens nur vom 1. April bis zum 2. November geöffnet.

Fonteklaus bietet im Erdgeschoss eine Gaststätte/Restaurant, in dem auch Nicht-Hotelgäste essen und trinken können. Das Essen für Hotelgäste (Frühstück und Abendessen) wird in einem separaten Speisesaal im Altbau serviert. Vor dem Haupteingang befindet sich eine Terrasse (“Garten”), auf der weitere Tische für den Gast zur Verfügung stehen. Auf den Wiesen rund um das Haus kann man sich in bereitstehenden Liegestühlen erholen. Im hinteren Bereich befindet sich ein kleiner Natur-Swimmingpool (Holzeinfassung, Kieselboden, Wasser nicht gechlort oder beheizt) mit Liegedeck und zahlreichen Liegen.

Das Essen im Fonteklaus ist schlicht hervorragend. Zum Frühstück gibt es selbstgebackenes Brot (zwei Sorten: ein Haselnussbrot sowie eine Art übergroßes Roggenbrötchen (geviertelt); beides enthält als regionstypische Zutat Anis; gelegentlich auch eine Art Vollkornbrot) und Weizenbrötchen. Als Brotaufstrich gibt es neben einer “Döschenparade” (Marmelade, Honig, Nuss-Nugatcreme) einen täglich leicht variierenden Wurst- und Käseteller, Joghurt und Müsli sowie (auf Nachfrage/Bestellung) alle gängigen (Frühstücks-)Getränke und Eiervariationen.

Das im Rahmen der Halbpension (Zuschlag zum Zimmerpreis je nach Saison und Lage des Zimmers in Neu- bzw. Altbau nur zwischen 10 und 19 Euro!) angebotene Abendessen ist schlicht der Hit. Stets gibt es die für die italienische Menüfolge typischen vier Gänge: Vorspeise (Antipasti), erste und zweite Hauptspeise (Primi/Secundi Piatti) und Nachspeise (Dolci). Die einzelnen Gerichte entstammen der Südtiroler Küche, die die deftige Tiroler Kost mit Mittelmeereinflüssen kombininiert. Als Vorspeise werden Suppen und kalte Platten geboten (z.B. Knödelsuppe, Linsencremesuppe, gebratene Garnelen auf Salat, thunisiertes Kalbfleisch/Vitello tonnato). Das erste Hauptgericht ist stets eine kleine Portion eines Nudel- oder Knödelgerichts (u.a. Spätzle mit Pesto, Penne arrabiata, Spinatknödel, Käsenockerln). Das zweite Hauptgericht besteht aus einem regionstypischen Fleischgericht mit Beilagen (u.a. Kalbsschulternahtl, Entrecote, Schweinefilet, aber auch Wiener Schnitzel und Cordon Bleu). Den krönenden Abschluss bildet eine köstliche Nachspeise (Eisvariationen, Mousse, Topfen-Palatschinken, selbstgebackener Kuchen). Alles ist von hervorragender Qualität und äußerst schmackhaft. Am Ende ist man angenehm satt, aber nicht “vollgefressen”. Für die Küche zeichnet übrigens Andreas Gfader verantwortlich.

Die Eheleute Arnhold und Andrea Gfader sind die guten Geister des Fonteklaus. Sie servieren Essen und Trinken in Speisesaal und Restaurant, stehen hinter der Bar, sitzen an der Rezeption, betreiben das Büro und kümmern sich um alles rund ums Haus. Angestelltes Personal gibt es kaum, lediglich ein oder zwei Putzfrauen und eine Aushilfe für das Servieren haben wir gesehen. Auch die zwei mehr oder weniger erwachsenen Söhne werden mit eingespannt; dem Vernehmen nach besucht der ältere Sohn bereits eine Hotelfachschule - für Nachwuchs ist also offenbar gesorgt. Der jüngere Sohn heißt übrigens - Achtung, Brüller! - .... Klaus ;-)

Das Publikum im Fonteklaus ist bunt gemischt: junge Familien mit Kindern, alleinstehende “mittelalte” Pärchen (also sowas wie unsereiner), ältere und alte Ehepaare; gelegentlich auch “Großfamilien”, die drei Generationen umfassen. “Schickeria” aus München und Umgebung fällt gerne mal für zwei, drei Tage im Fonteklaus ein - ist halt nur ein Katzensprung von dort. Die meisten kommen aus Italien und Deutschland, viele immer wieder. Die wenigsten bleiben länger als eine Woche; wir waren zum entsprechenden Zeitpunkt die einzigen, die volle zwei Wochen dort verbracht haben. Nicht wenige wandern allenfalls dorthin, wo die Wegweiser direkt am Gasthof hinzeigen: rechts hoch nach Albions oder links hinunter nach Gufidaun (niedlicher Name, oder?).

Unser Tagesablauf im Hotel sah meist wie folgt aus: Früstück gegen 9 Uhr, anschließend noch ein Lesestündchen auf der Wiese (sofern das Wetter dies zuließ). Das Abendessen wurde um 19 Uhr serviert; Zuspätkommen bis zu 30 oder auch mal 45 Minuten wurde toleriert. Nach dem üppigen Essen mit ein, zwei Gläschen Wein hatten wir zu weiteren Unternehmungen, für die man ja erst mal “vom Berg hinunter” hätte fahren müssen, keine Lust mehr. Daher ergab es sich schnell, dass wir uns in die Gaststube (oder an den wenigen lauen Abenden auch in den Garten) begaben und dort noch ein wenig Scrabble oder Rummikub spielten oder lasen. Nicht selten kam man dabei auch mit anderen Gästen ins Gespräch.


Wir haben den Aufenthalt im Fonteklaus genossen und können den Gasthof jedem, der sich von den obenstehenden Ausführungen angesprochen fühlt, uneingeschränkt empfehlen!

Fotoalbum Fonteklaus

 

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