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Reisetag
Von Lidhem/Vimmerby ĂŒber Linköping nach Lidingö/Stockholm

 

  • Etwas besser geschlafen als in der Nacht zuvor (vor allem durch)
  • FrĂŒhstĂŒck wie gehabt
  • Kurz nach 11 Aufbruch in Richtung Linköping, wo es ein eigenes Stadtviertel gibt, in dem wie in einem Freilichtmuseum alte HĂ€user wieder aufgebaut wurden; Fahrt ca. 90 Minuten
  • Parken kann man hier in einer Wohnstraße gleich um die Ecke - warum hier nicht abkassiert wird, kann man angesichts der GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit in Bullerbyn kaum verstehen; auch der Zugang zum GelĂ€nde ist frei
     

Museumsdorf bei Linköping
  • DafĂŒr gibt es in den meisten der HĂ€user Shops, die nicht immer etwas mit dem Leben in der Zeit zu tun haben, aus der das Haus stammt; so haben wir gleich in einem der ersten aufgesuchten Shops provencalische Seifen erstanden und in einem anderen schön gestaltete Topfuntersetzer aus Holz
  • Es gibt aber auch zahlreiche "Mini-Museen" wie eine Seilerei, eine Druckerei, eine alte Schule (in der die TĂ€felchen auf den Tischen noch mit einer Hasenpfote (!) gewischt werden) oder ein Polizeimuseum
     

Museumsdorf bei Linköping: Altes Klassenzimmer
  • 500 m oder eine Pseudo-Bimmelbahnfahrt entfernt liegt auch noch ein Bauernhof, der jedoch eher langweilig und dessen grĂ¶ĂŸte Attraktion noch ein kleines Eisenbahnmuseum ist
  • Nachdem wir uns mit Kaffee und Kuchen gestĂ€rkt haben, geht es auf in die Hauptstadt -  die ist 220 km und zweieinhalb Stunden Fahrt entfernt
  • Bis kurz vor Stockholm war der Verkehr eher dĂŒnn, jetzt knubbelt es sich zusehends
  • Im Großraum Stockholm sind zahlreiche Abzweige auf gigantischen Kreuzen zu nehmen, bei denen sich zahlreiche Straßen auf mehreren Ebenen kreuzen; immer wieder staut es sich hier bis zum Stillstand
  • Als wir schließlich durch die Stadt fahren, ist es ein bisschen chaotisch, durch die ganzen Staus verschiebt sich unsere Ankunftszeit um etwa 20 Minuten auf 18:50 Uhr
  • Nachdem wir die BrĂŒcke zur SchĂ€ren-Insel Lidingö passiert haben, entspannt sich die Situation deutlich und es ist fast wieder "wie auf dem Land"
  • Unsere Unterkunft, die Villa SöderĂ„s in Elfvik, ist ein ausgezeichnetes "Countryside-Hotel" und liegt direkt am Wasser, also sind unsere Erwartungen hoch

Villa SöderÄs in Elfvik
  • Die Auffahrt zur weißen Villa ist schon mal imposant, das eher funktionelle NachbargebĂ€ude hat sicher nichts damit zu tun; obwohl die Anzahl der Autos auf dem Parkplatz leichte Zweifel daran aufkommen lĂ€sst, dass es sich hier nur um eine schnuckelige Villa mit ein paar Zimmern handelt

Villa SöderÄs in Elfvik - NebengebÀude mit DDR-Charme
  • Die Dame am Empfang (offenbar eine Kellnerin aus dem Restaurant) spricht nur mĂ€ĂŸig Englisch und findet uns nicht im Computer, erst der herbeigerufene Kollege (ebenfalls Kellner) hat mehr Erfolg, spricht aber auch nicht besser Englisch
  • Er langt im eine ProspekthĂŒlle mit zahlreichen SchlĂŒsseln und zieht offenbar wahllos einen heraus; wir haben Zimmer 40 im GebĂ€ude nebenan, das sei wahrscheinlich im 2. Stock und FrĂŒhstĂŒck gĂ€be es von 7 bis 9 Uhr
  • Wir besteigen den Fahrstuhl, der aber nur in den dritten Stock fĂ€hrt, wo man die Zimmer 11-24 findet
  • Wir fahren nach "1", doch das ist der Keller
  • Offenbar haben die Schilder im Erdgeschoss neben dem Aufzug, die auf die Zimmer 40-45 verweisen und einen Pfeil nach links zeigen, doch so ihre Berechtigung
  • Am Ende des Flures, auf dem es nur TagungsrĂ€ume gibt, gelangt man in einen anderen GebĂ€udeteil, und anderthalb Treppen höher finden wir dann auch endlich Zimmer 40
  • Das Zimmer ist eine Mega-EnttĂ€uschung: super-klein, super-einfach ausgestattet (an der sinnfreien Schraube an der Wand haben wir den ZimmerschlĂŒssel aufgehĂ€ngt):

Unser Zimmer in der Villa SöderÄs in Elfvik
  • Der Blick aus dem Fenster: gegenĂŒber die RestaurantkĂŒche, unter dem Fenster stehen ein Bauschuttcontainer und ein paar mobile GerĂŒste
  • Der Hauptraum ist schmucklos und höchstens 9 qm groß und wird fast vollstĂ€ndig vom gerade mal 1,60 m breiten Bett ausgefĂŒllt, ansonsten gibt es nur ein paar (fĂŒr dieses Zimmer ĂŒberdimensionierte) Sessel, einen Mini-Ecktisch und einen klitzekleinen runden Glastisch; immerhin hĂ€ngt ein 32"-Fernseher an der Wand
  • Der kleine Vorraum: Zwei formschöne an die Wand geschraubte Regalschienen aus dem Baumarkt, daran befestigt ein Gitter, außerdem eine nackte Kleiderstange mit ein paar KleiderbĂŒgeln als Kleiderschrank-Ersatz
  • Die Krönung ist jedoch das Badezimmer, das es in puncto GrĂ¶ĂŸe, Ausstattung und Anmutung mit jeder Zugtoilette in einem Intercity der 80er-Jahre aufnehmen kann: ein Blech-SpĂŒlbecken, eine Mini-Toilette direkt davor (wenn man darauf sitzt, wird man leicht nach hinten gekippt, was wohl verhindern soll, dass man mit dem Kopf im Waschbecken hĂ€ngt); die Dusche betört durch schwarz-schimmelige Fugen, einem angerosteten Seifenkorb und an den Kanten angeschmoddertem PVC-Bodenbelag; nichts ist vernĂŒnftig festgeschraubt, alles wackelt und klappert
  • DAS SOLL EIN AUSGEZEICHNETES COUNTRYSIDE-HOTEL SEIN?!? Danke, Umfulana, ihr habt es wie schon im Vorjahr in Schottland geschafft, eine Niete unter die bislang tadellosen UnterkĂŒnfte zu mogeln (Nachtrag: Nachdem wir uns nach der RĂŒckkehr bei Umfulana beschwert haben, haben wir die Kosten fĂŒr den kompletten Aufenthalt im Hotel erstattet bekommen - hierfĂŒr auch an dieser Stelle nochmal vielen, vielen Dank!)
  • EnttĂ€uscht beschließen wir, den fĂŒr halb 8 im hiesigen Restaurant reservierten Tisch sausen zu lassen (fĂŒr das ĂŒbliche dreigĂ€ngige MenĂŒ wĂ€ren sicher wieder 500 Kronen/Person zu berappen gewesen - ohne GetrĂ€nke, versteht sich) und zu einem Inder zu fahren, den wir wenige km von hier am Wegesrand gesehen haben
  • Das indische Restaurant ist zwar nur ein gelber Flachbau an einer Bushaltestelle und auf dem Parkplatz steht auch kaum ein Auto, drinnen gibt es aber zahlreiche Tische, von denen sogar 2-3 besetzt sind; auch draußen kann man sich niederlassen
  • Wir setzen uns nach draußen; das Essen ist preiswert und gut, dazu genieße ich eine Flasche indisches Cobra-Bier
  • NatĂŒrlich schließt das Lokal um 9, also fahren wir noch in die Inselhauptstadt, um nach einer Bahnstation zu suchen, die es lt. Google Maps hier irgendwo geben muss (wir haben auch Schienen gesehen, die ĂŒber die BrĂŒcke auf die Insel fĂŒhren)
  • Wir entdecken jedoch weder einen Hinweis auf eine Bahnstation noch sehen wir irgendwo Schienen, also fahren wir noch einmal bis zur BrĂŒcke zum Festland und mĂŒssen sie dann notgedrungen auch ĂŒberqueren
  • Auf der anderen Seite gibt es sofort eine Abfahrt, unten entdecken wir die U-Bahn-Station Ropsten, die jedoch eine Endhaltestelle ist
  • Daneben ist noch ein Bahnhof (offensichtlich fĂŒr die “Inselbahn”), der aber geschlossen ist - offenbar ist das Teil noch nicht in Betrieb
  • In unmittelbarer NĂ€he gibt es zahlreiche ParkplĂ€tze, also könnte man morgen mit dem Wagen bis hierher und dann mit der U-Bahn ins Zentrum fahren
  • Auf dem RĂŒckweg finden wir noch heraus, dass in unmittelbarer NĂ€he unseres Hotels eine Buslinie endet, die bis zur U-Bahn-Station Ropsten fĂŒhrt (Fahrzeit ca. 25 Minuten, verkehrt nur stĂŒndlich)
  • Vom Hotelparkplatz gehen wir noch herunter ans Ufer und setzen uns auf eine Bank, und beobachten auf dem recht breiten Östersjön zahreiche Schiffe (vom kleinen Motorboot bis zur riesigen FĂ€hre)

Blick ĂŒber den Östersjön
  • Auf dem Zimmer hacke ich noch einiges ins Tablet, bevor ich kurz vor 1 eigentlich viel zu spĂ€t in die butterweiche HĂ€morrhoiden-Schaukel kletterte, die sie hier Bett nennen

 

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