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Sega Dreamcast

Was soll man noch über die fast vergessene Spielkonsole von Sega mit dem schönen Namen 'Dreamcast' (Traumkiste?) schreiben? Wie alle Konsolen, die der japanische Spiele- und Spielautomatenhersteller Sega veröffentlicht hat, war sie gut... wenn nicht sogar sehr gut. Als sie 1999 erschien, war die Grafik überragend. Jedoch vermochten nur wenige Spieleanbieter, sie auch wirklich auszureizen. Die 128-Bit-Systemarchitektur war ebenfalls der Konkurrenz zunächst weit überlegen. Mit Dreamcast hielt das Online-Gaming bei Spielkonsolen Einzug - sie war standardmäßig mit einem 33K-Modem und einem Browser ausgestattet, so dass man vom Start weg mit ihr im Internet surfen konnte. Hierzu hatte Sega sogar selbst einen Online-Service in Europa aufgebaut. Der Betriebssystem-Kern der Dreamcast basierte auf Windows CE - das sollte es Spieleherstellern einfach machen, ihre PC-Spiele auf die Dreamcast zu portieren. Dies geschah auch tatsächlich in einigen Fällen - leider waren die entsprechenden Spiele (z.B. 'Tomb Raider IV') wegen der schlechten Performance und der mangelnden Anpassung an die Fähigkeiten der Konsole nicht sehr beliebt.

Spieleklassiker wie 'Sonic Adventure', 'Shenmue', 'Dead or Alive 2', 'Skies of Arcadia', 'Ecco the Dolphin' und 'Space Channel 5' sowie die Sega Sports-Reihe haben den Erfolg der Dreamcast vorangetrieben. Das beste und am meisten verbreitete Online Spiel war 'Phantasy Star Online' - heute lebt es auf Gamecube und Xbox weiter.

Warum wurde die Produktion dennoch nach nur zwei Jahren eingestellt? Zum einen war das Sega-Marketing ziemlich bescheiden. Man hatte den Vertrieb zunächst selbst übernommen und dabei kein glückliches Händchen bewiesen. Es dauerte recht lange, bis in den einschlägigen Kaufhäusern Platz für die Dreamcast gemacht wurde, hier dominierten noch längere Zeit Nintendo 64 und Sonys Playstation. Mit dem Erscheinen der Playstation2 war das Schicksal der Dreamcast quasi schon besiegelt. Da Sega hohe Verluste mit der Dreamcast machte, fiel bereits Anfang 2001 der Entschluss, die Produktion der Konsole einzustellen. Vermutlich hat auch die Tatsache, dass mit Microsofts Xbox und Nintendos Gamecube zwei weitere starke Konkurrenten vor der Tür standen, diese Entscheidung beschleunigt. Mit dem Ende des Geschäftsjahres 2001 am 31.03.2002 war das Projekt Dreamcast 'abgewickelt'.

Seitdem konzentriert sich Sega - abgesehen vom Automatenbereich - auf das Publizieren von Spielen für die aktuellen Konsolen und vereinzelt auch für den PC. Echte Meilensteine auf dem Spielemarkt sind dabei nicht herausgekommen - vielmehr werden die etablierten Spielereihen mehr oder weniger erfolgreich fortgesetzt.

Die Dreamcast lebt noch ein bisschen weiter - als preiswertes Spielegerät für alle, die nicht immer das Neueste und Beste haben müssen und als Zielplattform für Privatentwickler. Auch ich habe immer noch eine... wenn sie auch eingemottet im Keller steht, mit all den verrückten Spielen wie 'Sega Bass Fishing' (mit Angel!), 'House of the Dead 2' (mit Lichtpistole) und 'Samba de Amigo' (mit elektronischen Maracas (Rasseln); hat damals 299 DM gekostet)!

Links
IGN: Dreamcast - die amerikanische Referenz
Joe Kool's Dreamcast-Website
Planet Sega - das Sega Online-Magazin
Sega-Center
Sega Europe - offizieller Internet-Auftritt für Europa

 

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