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Reisebericht Schweden 2013

Schwedische Flagge

Vom 17.06. - 02.07.13 haben wir eine Rundreise durch Schweden unternommen. Dies ist unser Reisebericht.

Kühe auf einem Parkplatz bei der königlichen Sommerresidenz "Solliden" auf der Insel Öland

 

Allgemeines zu Schweden und zu unserer Reise

Das Land
Das Wetter
Reisebüro und -organisation
Die Tour
Essen, Ausgehen und der liebe Alkohol
Der Reiseführer
Die Notizen

Das Land

Schweden liegt auf der Halbinsel Skandinavien, die es sich mit Norwegen teilt. Kulturell, historisch und sprachlich gehört auch Dänemark in diesen Club. Finnland wird zwar meist auch als skandinavisches Land angesehen, hat jedoch sprachlich keine Gemeinsamkeiten mit den anderen dreien.

Schweden hat eine Fläche von mehr als 450.000 km², auf der sich gut 9,5 Mio. Einwohner verteilen. Das ergibt eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte von 21 Einwohnern / km². Die meisten Menschen leben im in Süd- und Mittelschweden, die zusammen etwa zwei Fünftel des Landes ausmachen; der Rest entfällt auf Nordschweden. Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt ist Stockholm mit knapp 870.000 Einwohnern,  auf Platz 2 folgt Göteborg (520.000).

Die Landessprachen ist natürlich Schwedisch, wesentliche Minderheitensprachen sind Tornedalfinnisch und Samisch. 80% der Schweden sprechen Englisch - und das leider meist besser als die Deutschen, auch wenn beide Englisch als erste Fremdsprache wählen müssen. Zwar wird auch Deutsch als Fremdsprache gelehrt, aber von weit weniger Schweden gewählt als Französisch oder Spanisch. Man sollte sich also nicht zu sehr darauf verlassen, dass überall Deutsch verstanden wird. Wir haben die - nicht repräsentative - Erfahrung gemacht, dass im Westen (Großraum Göteborg) mehr Deutsch gesprochen wird als im Süden oder Osten.

Das EU-Mitglied Schweden hat nach wie vor eine eigene Währung (schwedische Krone - SEK) - zum Zeitpunkt unserer Reise war 1 Krone etwa 0,115 Euro wert.

Wer alles ganz genau wissen will, kann sich z.B. bei Wikipedia schlau machen.

Das Wetter

Schwedens Klima ist für seine Lage ziemlich mild, woran die Nähe zum Atlantik mit dem warmen Golfstrom nicht ganz unschuldig ist. Die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und WInter sind in den meisten Landesteilen relativ gering. Da Schweden nördlich des Polarkreises liegt, wird es im Sommer kaum dunkel, dafür sind die Wintertage nur sehr kurz.

Während unseres Urlaubs herrschte meist eitel Sonnenschein, Regen erlebten wir nur gelegentlich, einen kompletten Regentag gab es glücklicherweise nicht. Die Temperaturen lagen im Süden und Osten nur unwesentlich unter denen in unserer Heimatregion, nach Westen hin wurde es dann ein wenig kühler. Eine dünne Jacke reichte auf jeden Fall und konnte zumindest tagsüber meist im Schrank bleiben.

Reisebüro und -organisation

Wir haben unsere Reise bei Umfulana gebucht. Dieser Veranstalter bietet “Rundreisen weltweit mit besonderen Unterkünften” - was man durchaus wörtlich nehmen darf. Zwar ist es billiger, die Unterkünfte (wenn man denn selbst so schöne findet) selbst zu buchen, aber Umfulana kümmert sich rührend um alles, schickt eine schöne Ledermappe mit der Reisebeschreibung und allen erforderlichen Unterlagen und legt auch noch einen Reiseführer von Dumont im Wert von 22,95 EUR bei.

Ach so, ja: Wir haben uns für die 15-tägige “Schweden-Rundreise: Ein Land aus dem Bilderbuch” entschieden - falls da jemand mal Spass dran hätte....

Typisches Schwedenhaus (Vimmerby)

 

Die Tour


 

Essen, Ausgehen und der liebe Alkohol

Wenn man einigen Reiseführen und Ratgebern im Internet Glauben schenken darf, ist Essengehen in Schweden eine eher freudlose Angelegenheit: Eigentlich gehe der Schwede ungern essen und wenn ja, dann am Mittag, denn da kann er sich damit herausreden, dass ihm als Berufstätiger ja nichts anderes übrig bleibt.. Abends sei jeder ordentliche Schwede zuhause - es sei denn, es gebe einen besonderen Anlass, dann gehe man aber gleich groß aus. Restaurants schlössen früh: Spätestens um 21 Uhr sei Schluss, auf dem platten Land sogar um 18 Uhr.

Da der Schwede ein kleiner Planungsfanatiker sei, sollte man stets reservieren. Spontan einfallende Restaurantbesucher seien ihm ein Gräuel. Und man dürfe sich keineswegs an den nächstbesten freien Wunschtisch setzen - man habe zu warten, bis man platziert wird. Es könne einem passieren, dass man abgewiesen wird, obwohl ausreichend freie Tische vorhanden sind und diese unmöglich alle reserviert sein können - dann ist die Kapazität des Personals und der Küche erschöpft und man könne keine zusätzlichen Gäste mehr verkraften.

In Malmö - zumindest im schicken neuen Hafenviertel Västra Hamnen - traf das alles fast zu 100% zu. Spätestens in Stockholm war davon nur noch wenig festzustellen und auch bei der weiteren Rundreise in Richtung Westen haben wir keine vergleichbaren Erfahrungen mehr gemacht.

Essen kann allerdings eine teure Angelegenheit werden: Die Lebenshaltungskosten sind aus deutscher Sicht in Schweden ja eh schon ein bisschen höher als daheim, das Essengehen am Abend kann aber schnell Kosten in Höhe von ein- bis zweihundert Euro verursachen, besonders, wenn man sich in einem guten Lokal für ein dreigängiges Menü mit passender Weinauswahl entscheidet. Wer sparen will, sucht einen Asiaten auf (Chinesen und Inder gibt es fast überall) oder greitt zur Pizza: Letztere kostet meist lediglich 90 - 110 SEK (10,30 - 12,60 EUR). Ein weiterer Tipp für die, bei denen es in die Tagesplanung passt: Mittags essen gehen, dann gibt’s ein komplettes Menü für deutlich weniger Geld als am Abend.

Vorsicht beim Bestellen von alkoholischen Getränken: Ein großes Glas Bier (0,5l) schlägt mit etwa 60 SEK (6,90 EUR) zu Buche, dIe Preise für eine Flasche Wein starten bei etwa 400 SEK (46 EUR), die hier oft angebotene Weinauswahl (ein Glas passenden Weins zu jedem Gang) steht mit 6-700 SEK (70-80 EUR) in der Karte. Das liegt an der hohen Alkoholsteuer. Niedrig besteuert werden nur Getränke mit einem Alkoholgehalt von 2,8-3,5% - das ist dann das Folksöl (Volksbier). Alles andere - also in Sachen Bier auch das, was wir in Deutschland üblicherweise trinken - wird als Starköl (Starkbier) bezeichnet und darf nur in Lokalen ausgeschenkt oder in staatseigenen Alkoholläden (Systembolaget) verkauft werden.

Die Gerichte auf schwedischen Speisekarten unterscheiden sich nicht groß von denen in Deutschland. Ein echtes “schwedisches Nationalgericht” gibt es nicht wirklich -  die aus dem IKEA-Schnellimbiss bekannten Köttbullar (Fleischklößchen, richtig ausgesprochen: Schöttbüllar) findet man allenfalls in einfachen Lokalen. Eine lokale Besonderheit ist das hier und da angebotene Elchfleisch. Fisch gibt’s natürlich auch fast überall - der nächste See oder das Meer ist ja meist nicht weit.

Für gutes Geld erhält man allerdings auch ausgezeichnete Qualität. In unseren Unterkünften haben wir zweimal sterneverdächtig getafelt, in einer dritten haben wir uns der “echten” Sterneküche versagt - ein Abendessen für mehr als 200 EUR sitzt halt nicht jeden Tag drin.

Das schwedische Frühstück ist übrigens sehr nah bei seinem deutschen Pendant. Es gibt die üblichen Wurst- und Käsesorten (eine Sorte Schnittkäse liegt meist als großes rundes Stück aus, von dem man sich etwas herunterhobeln kann). Es gibt Brötchen, Brot (meist eine helle und ein dunkle, etwas süßliche Sorte), Toast und Knäckebrot. Heringshappen werden meist ebenfalls angeboten. Müsli, frisches Obst, und Marmelade gibt es ebenfalls immer.

Der Reiseführer

Neben dem vom Reiseveranstalter gestellten Dumont-Reisehandbuch hatten wir in diesem Jahr den Reiseführer Südschweden - Zeit für das Beste aus dem Bruckmann-Verlag im Gepäck. Letzterer erwies sich jedoch schnell in mehrfacher Hinsicht als Leichtgewicht, weswegen wir nur noch auf den Dumont zurückgegriffen haben. Dieser bot genau das richtige Maß an Informationen und fast immer den passenden Stadtplan sowie eine zur groben Orientierung ausreichende Landkarte.

Den Rest besorgen ja in diesen Zeiten Google Maps und Co. sowie das Navi(gationssystem) im Auto...

Die Notizen

Die Notizen erfolgten in diesem Urlaub nicht handschriftlich, sondern - auch hier setzt sich der technische Fortschritt durch - mit Evernote direkt auf dem Tablet. Der große Vorteil: Nichts muss später zuhause abgetippt werden, was die Fertigstellung der meisten Reiseberichte (außer Madeira) verhindert oder diese zumindest auf einen kaum noch zu vertretenden Zeitraum (ein Jahr oder mehr) ausgedehnt hat. Beim vorliegenden Reisebericht werde ich erstmals darauf verzichten, die Spiegelstrich-Notizen in Fließtext umzuwandeln - das spart sehr viel Zeit und verleiht dem Bericht eine höhere Authentizität. Strenggenommen ist es also kein Reisebericht, sondern es handelt sich vielmehr um Reisenotizen.