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In der Botanik

Leider war auch heute kein 'Bergwanderwetter' - man erinnere sich: wir hatten noch die Wanderungen auf den Pico Ruivo und zum Caldeirão Verde 'in der Pipeline', so dass wir uns nach einer anderen Aktivität umsehen mussten. So verfielen wir auf die Idee, uns den großen botanischen Garten in Funchal anzusehen - keine schlechte Idee, wie sich herausstellen sollte.

 

Der 'Jardim Botanico da Madeira' liegt etwas außer-/oberhalb (3 km) des Stadtzentrums von Funchal im Caminho do Meio und ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Wer mit dem Bus dort hingelangen möchte, sitzt in den Linien 29, 30 und 31 richtig. Nebenbei hat man von hier einen schönen Blick auf Funchal. Wem der Besuch des Gartens nicht ausreicht, der kann gleich nebenan noch einen angegliederten Vogelpark besuchen.

Im Jardim Botanico findet man so ziemlich jede Pflanze, die auf der Insel anzutreffen ist. Natürlich liegt der Schwerpunkt hierbei auf wildwachsenden und Zierpflanzen, aber auch den Nutzpflanzen wurde ein eigener Bereich gewidmet. Vom niedrigsten bis zum höchsten Punkt des Gartens muss man eine Höhendifferenz von 200m überwinden, es gibt also durchaus etwas zu klettern.

Wir hielten uns hier gute vier Stunden auf. Dabei fotografierten wir zahllose Blumen und Pflanzen (s.u.), steuerten aber auch zahlreiche Aussichtspunkte an und ließen es uns bei herrlichem Sonnenschein auf einer großen Terrasse mit Ausschank bei einem kühlen Getränk gutgehen.

Von einem Aussichtspunkt hatte man einen 'schönen' Blick auf die Autobahn:

 

Dieses Foto liefert ein sehr schönes Beispiel dafür, mit welch riesigen Brücken die zahllosen Täler auf Madeira überwunden werden, um auf der Autobahn ein zügiges Vorankommen zu gewährleisten. Auch die Doppeltunnelröhre rechts ist gut zu sehen, links verschwindet die Straße ebenfalls in einem Tunnel, der direkt unter dem botanischen Garten hindurchführt.

Noch viel spannender als die zahlreichen 'Blümchen', die es zu sehen gab, fand ich persönlich die erstmalige Begegnung mit diversen Nutzpflanzen. Dazu gehörte das Zuckerrohr...

 

... aber auch Macadamia-Bäume (auf denen wachsen die großen, teuren Nüsse) und sogar eine Kaffeepflanze.

Kurz vor Toresschluss um 18 Uhr deckten wir uns im Shop noch mit Büchern über die Pflanzenwelt Madeiras ein. Anschließend fuhren wir nach Funchal hinein, wo wir entlang der Estrada Monumental zum Hotel Baia Azul spazieren wollten. Es interessierte mich doch sehr, was sich dort in 10 Jahren alles verändert hatte.

Wir parkten den Wagen in der Nähe des indischen Restaurants Taj Mahal, da wir dort erneut zu Abend essen wollten. Außerdem bildete das Lokal einen idealen Ausgangspunkt für unser Vorhaben. So wandelten wir in der immer noch kräftigen Abendsonne - wir hatten im Botanischen Garten schon ordentlich Sonne abbekommen - 'auf den Spuren der Vergangenheit'. Etliches kam mir vertraut vor, vieles hatte sich aber auch geändert. Besonders auf dem letzten Teilstück zum Hotel waren unterhalb der Straße direkt an der Küste zahlreiche neue Hotelbauten entstanden, die über neue Straßen und Wege erreicht werden konnten. Unmittelbar vor dem Hotel Baia Azul war offenbar kurz zuvor der Zugang zu einer Parkanlage eröffnet worden, die an Stelle der hier früher noch anzutreffenden Bananenplantage errichtet worden war.

 

Ich schaute mir das Hotel, in dem ich - wie schon mehrfach erwähnt - meinen Madeira-Urlaub vor 10 Jahren verbracht hatte, von allen Seiten an und warf auch einen schnellen Blick in die Lobby. Dann stiegen wir die zahlreichen Stufen zum neuen Uferweg hinab...

 

... und machten uns auf selbigem langsam wieder auf den Rückweg.

 

Die folgenden Bilder sind typische Beispiele dafür, wie versucht wird, das in weiten Bereichen der Insel zu Badezwecken schwer zugängliche Meer dennoch für den Tourismus zu erschließen.

 

 

 

Am Ende der Uferstraße kehrten wir wieder auf die Estrada Monumental zurück. Dabei kamen wir noch an einer kleinen Bananenplantage vorbei...

 

... wie es sie früher in dieser Ecke noch häufiger gegeben hatte. An der Hauptstraße fiel uns noch dieses kleine Restaurant mit ausgiebiger Blumentopf-Dekoration auf:

 

Gegen 20:30 Uhr standen wir wieder vor dem indischen Restaurant. Diesem statteten wir ein zweites Mal in diesem Urlaub einen Besuch ab. Wie in nicht wenigen Restaurants in Funchal üblich, erhielten wir einen kleinen Preisnachlass (hier waren es 10%), der ab dem zweiten Besuch gewährt wird. Als uns der Kellner beim Bezahlen fragte, ob wir noch ein weiteres Mal herkämen, und wir dies verneinen mussten, wurde uns spätestens schmerzlich bewusst, dass unser Aufenthalt rapide dem Ende entgegenging. Schon in zwei Tagen mussten wir nämlich die Heimreise antreten.

Muss ich erwähnen, dass wir anschließend zurück zum Hotel...? ;-)

 

 

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