Kurz-Reisebericht Wien 2008

Kurz-Reisebericht Wien 2008

 

Vom 26. - 30.03.08 waren wir in Wien.

Dies ist unser Kurz-Reisebericht.

 

Blick von der Albertina Richtung Operngasse

Anreise

Die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug ab Münster/Osnabrück. Carrier war Air Berlin, der Hinflug wurde jedoch von der  österreichischen Gesellschaft Niki durchgeführt. Dies war kein Nachteil: wir reisten in einem nagelneuen Airbus A319 und wurden von branchenuntypisch in Jeanskleidern gewandeten Stewardessen freundlich betreut. Die Flugzeit betrug ca. 1:15 Stunden.

Die weitere Anreise zu unserem Hotel im 7. Wiener Bezirk erfolgte mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir entschieden uns für die preiswerte S-Bahn vom Flughafen zum Stadtzentrum und gegen den viel beworbenen, aber deutlich teureren CAT (City Airport Train). Bis zur Umsteigestation Wien-Mitte/Landstraße benötigt die S-Bahn 26 Minuten, der CAT hingegen 16 Minuten. Die S-Bahn fährt alle 30 Minuten, der CAT alle 15 Minuten. Die Kosten für die S-Bahn belaufen sich auf 1,70/3,40 EUR (Einzel-/Hin- und Rückfahrt), für den CAT müssen 8/15 EUR berappt werden. Auf dieser Basis mag jeder seine eigene Entscheidung treffen.

Die auf der Strecke eingesetzten S-Bahnzüge sind zwar schon etwas betagt und zuweilen fragten wir uns auch, ob das 'S' bei der Wiener S-Bahn vielleicht für 'Schleichen' steht (oder ob sie extra langsam fährt, damit der CAT besser dasteht), aber so kamen wir auch zum Ziel. Weiter gings mit der U3 bis zum Volkstheater und schließlich mit dem Bus 48A bis zur Haltestelle Neustiftgasse/Zieglergasse. Von da erreicht man in drei Minuten das Hotel 'Falkensteiner am Schottenfeld' in der Schottenfeldgasse.

Unterkunft

Das 4-Sterne Hotel 'Falkensteiner am Schottenfeld' ist ein angenehm 'unplüschiges' Designhotel. Es wird zwar überwiegend von Geschäftsleuten und Seminarteilnehmern genutzt, es findet sich dort aber auch ein gewisser Anteil an Städtetouristen. An der Rezeption wird man mit Handschlag und 'Willkommen in Wien!' begüßt. Schon in der Eingangshalle erkennt man, wie auch die übrige EInrichtung des Hotels aussieht: schlicht, schnörkellos, mit warmen Farben und vielen Lichteffekten. Unser Zimmer im zweiten Stock war zwar nicht übermäßig groß, aber von der EInrichtung her genau nach unserem Geschmack. Orange Wände in verschiedenen Farbtönen, helle Hölzer und Echtholzparkett schmeichelten dem Auge.

Hotelzimmer

Das Bad war ausreichend groß und üppig verspiegelt. Die Tür war als Milchglas-Schiebetür ausgelegt. Der Blick durch zwei Klarglasscheiben konnte nach Bedarf mit einer Jalousie versperrt werden. Weiterhin erwähnenswert fanden wir das Design-Waschbecken sowie die Tatsache, dass die Dusche einwandfrei funktionierte - wie oft findet man selbst in den teuersten Hotels nur einen total verkalkten Duschkopf vor, aus dem es nur müde in alle Himmelsrichtungen sprüht?

Das Frühstücksbüffet zum Preis von 15 EUR pro Person und Tag war jeden Cent wert. Mehr konnte man nun wirklich nicht verlangen: alles für ein englisches/amerikanisches Frühstück, viele Sorten Müsli, mehrere Sorten Brot (zum Selberschneiden!) und Brötchen, Wurst- und Käseaufschnitt, mehrere Sorten Weichkäse, Palatschinken (dünne Pfannkuchen) und Powidln (kleine warme Kartoffelteigtaschen mit Pflaumenmusfüllung), mehrere Sorten Kuchen, frisches Obst, Joghurt, mehrere Säfte (darunter sogar ein Kombuchatrank), Kaffee aus dem italienischen Automaten, heiße Milch/Kakao, frisch gepresster O-Saft...

Ein paar kleine Nachteile sollen jedoch auch nicht verschwiegen werden. Zum einen waren vor allem die Badehandtücher recht dünn. Die Zimmertüren fielen laut ins Schloss, wenn man sie nicht festhielt - was zu Stoßzeiten oder mitten in der Nacht  schon einmal nervte. Und schließlich lagen Bar und Frühstücksraum ohne weitere Abtrennung direkt am 'Eingangsflur', was nicht immer gemütlich war. Auch die beiden Tagungsräume, in denen während unseres gesamten Aufenthalts ein Seminar stattfand, befanden sich gegenüber dem Frühstücksbereich - manchmal war dort schon ein ziemlicher 'Bahnhof'.

Über HRS haben wir für das Zimmer nur 104,50 EUR/Nacht bezahlt - angesichts des Normalpreises von 199 EUR ein echtes Schnäppchen. Unter dem Strich würden wir das Hotel auf jeden Fall weiterempfehlen (auch wenn es offenbar schwer ist, es so günstig zu bekommen)!

Die nähere Umgebung

Das Hotel Falkensteiner am Schottenfeld liegt im 7. Bezirk ('Neubau'). Dieser gehört nicht zu den allerfeinsten seiner Art. So ist das Designhotel - auch wenn es von außen nicht unbedingt als solches zu erkennen ist - eher ein Fremdkörper zwischen all den 'alten Kästen', die hier ansonsten zu finden sind.

Eingang Hotel am Schottenfeld

Einen vergleichbaren Beherbergungsbetrieb gab es weit und breit nicht. In der unmittelbaren Umgehung tummelte sich eher die alternative Szene. Die gastronomischen Betriebe hier konnten dem Hotel vom Niveau her meist nicht das Wasser reichen. Es dominierten alle möglichen asiatischen Restaurants und mit zunehmender Innenstadtnähe die Burggasse hinunter zunehmend auch Italiener. Wer nur etwas trinken wollte, fand nach wenigen Schritten einen Pub und drei Minuten später die alternative Kneipe 'wirr' (mit Club im Keller).

Bis zum Rande der Innenstadt (Volkstheater) waren es ca. 1,5 km, die man in gut 10 Minuten zu Fuß oder mit dem Bus 48A zurücklegen konnte. In etwa derselben Zeit erreichte man die Schottenfeldgasse hinunter in Richtung Süden die Shoppingmeile an der Mariahilfer Straße.

Öffentlicher Nahverkehr

Der öffentliche Nahverkehr in Wien ist vorbildlich. Mit U-Bahn, Tram und Bus kommt man fast überall hin. Der Takt ist tagsüber sehr dicht; der reguläre Fahrplan reicht etwa bis Mitternacht. Danach übernehmen an allen Tagen Nachtbusse die Aufgabe, die Nachtschwärmer von A nach B zu befördern.

Als Alternative zu einer Einzelfahrt kommen Ein-, 3-Tages- und Wochenkarten sowie die Wien-Karte in Betracht:
- 24h-Ticket 5,70 EUR
- 72h-Ticket 13,60 EUR
- Wochenkarte 14 EUR (von Montag bis Montag)
- Wien-Karte 18,50 EUR (72h Fahrkarte, Vergünstigungen in Museen, Sehenswürdigkeiten und einigen Lokalen)

Wir entschieden uns für die Wochenkarte, da wir sie an allen fünf Tagen unseres Aufenthalts nutzen konnten. Man kann übrigens alle Karten auch schon vorab online erwerben.

Tipp: für eine preiswerte (wenn auch etwas kurze) Stadtrundfahrt kann man die Tram-Linien 1 und 2 nutzen. Sie fahren als Ring-Linien um den inneren Stadtkern. Welche man nimmt, ist (fast) egal: die eine fährt im Uhrzeigersinn, die andere entgegengesetzt.

Reiseführer

Als Reisebegleiter nutzten wir die deutsche Ausgabe des 'Lonely Planet Reiseführer Wien' (ca. 270 S, 15,95 EUR). Flott geschrieben präsentiert er genau das richtige Maß an Information. Dabei wird auch auf so manches Kleinod hingewiesen, das in den dünnen Klassikern keinen Platz findet. Kapitel wie 'Sehenswertes', 'Kunst und Kultur', 'Essen', 'Ausgehen' oder 'Shoppen' ermöglichen den schnellen und gezielten Zugriff auf das Gesuchte. Natürlich lassen sich dabei Redundanzen nicht immer vermeiden. Auch Vorschlage für Stadtspaziergänge und Ausflüge in die nähere Umgebung fehlen nicht.

Plus und Minus

Nachfolgend habe ich versucht, die von uns besuchten Sehenswürdigkeiten, Restaurants usw. mit einer Kurzbewertung zu versehen.

Zunächst noch eine allgemeine Kritik: Wien war während unseres Aufenthalts wirklich 'proppenvoll' (2. Osterferienwoche!). Insbesondere die italienischen und spanischen Schulklassen nervten uns zeitweise ein wenig.

Sehenswürdigkeiten

Stephansdom

 

Stephansdom

Info

das Wahrzeichen Wiens, der höhere Südturm misst 137 m

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der Innenraum (kein Eintritt) ist wirklich sehenswert

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der Südturm kann zu Fuß bis auf eine Höhe von 70 m bestiegen werden, dies kostet 4 EUR

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auf dem Nordturm (60 m) befindet sich eine Aussichtsplattform, die bequem per Lift erreicht werden kann, auch dies kostet ebenfalls 4 EUR

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vor den Türen tummeln sich die leidigen Ticketverkäufer und bettelnde Mütter mit Säuglingen

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auch diese Kirche war wieder teilweise eingerüstet

Schloss Schönbrunn

 

Schloss Schönbrunn

Info

Sommerresidenz der Habsburger, hier haben auch Kaiser Franz Joseph und seine Frau Elisabeth ('Sis(s)i') residiert

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riesiger Vorplatz, noch größerer Schlosspark hinter dem Gebäude

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teuer: die Besichtigung kostet mindestens 9,50 EUR (kleine Tour - ca. 20 Zimmer), wer mehr sehen will, muss noch ein wenig tiefer in die Tasche greifen (große Tour (40 Zimmer) 12,90 EUR, mit Führung gar 14,40 EUR); da nur eine bestimmte Menge von Personen ins Gebäude gelassen werden, sollte man Wartezeiten einplanen

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wer nicht auf Prunkschlösser und riesige Gärten steht, kann sich den Besuch sparen

Museen

 

Kunsthistorisches Museum

Info

untergebracht in einem Prunkbau in der Nähe der Hofburg; zeigt die von den Habsburgern über Jahrhunderte zusammengetragenen Kunstschätze von unermesslichem Wert

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zahlreiche Klassiker aus der Zeit der Renaissance und des Barock: Brueghel, Rubens, Rembrandt, van Dyck

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weitere Dauerausstellungen: ägyptisch-orientalische Sammlung, Münzkabinett; Sonderausstellungen (während unseres Aufenthalts: Arcimboldo

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wer sich für Kunst interessiert, sollte da gewesen sein!


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