schoenborner.de - Reisebericht Irland 2008

Ab ins Moor
Von Ballyvaughan nach Clifden

Farmer's Market in Ballyvaughn

Am nächsten Morgen genießen wir erneut das sensationelle Frühstück. Silke hat es heute besonders auf das Rhabarberkompott abgesehen. Eigentlich wollen wir hier gar nicht weg, aber es hilft ja nichts... Wenn wir allerdings gewusst hätten, gegen welche Unterkunft wir diese hier eintauschen mussten, wären wir sicher geblieben.

Wenn ich den nachfolgend geschilderten Tagesablauf rückblickend Revue passieren lasse, scheint es mir fast so, als wollten wir die Ankunft in Clifden so lange wie möglich hinauszögern. Erst kamen wir kaum aus Ballyvaughan weg, dann legten wir so viele Zwischenstationen ein, dass man fast nicht glauben kann, dass wir das alles an einem einzigen Tag erlebt haben. Naja, am Folgetag kamen wir ja dafür kaum von der Stelle...

Nach dem Auschecken gegen 10:30 Uhr fahren wir erst noch einmal ins Dorf, denn heute ist Samstag  - und damit findet dort  heute der “Farmer’s Market” statt. Zuerst statten wir jedoch dem Souvenir- und Handwerks-Shop einen Besuch ab, wo wir am ersten Abend interessante Holzfiguren (u.a. Hunde) gesehen haben. Gekauft haben wir dann aber doch nichts.

Danach wenden wir uns dem Bauernmarkt zu. Es gibt viele kleine Stände draußen und drinnen (in einer kleinen Halle), an denen Obst und Gemüse, Brot und Kuchen, Pflanzen und Handwerk angeboten wurden. In besagter Halle passiert mir dann das folgende Malheur: Ich will Silke, die ein paar Meter entfernt ist, etwas zeigen, strecke den Arm aus und versetze dabei einer älteren Dame, die in diesem Moment an mir vorbeigeht, einen leichten Kinnhaken. Die reagiert aber nun ganz anders als erwartet: entschuldigt sich bei mir, streicht mir sogar noch über die Wange, sagt, dass es gar nicht so schlimm gewesen und sie auf jeden Fall jetzt wach sei. Und schwupps, geht sie schon wieder ihrer Wege. Na, die sind ja lässig drauf hier... Man stelle sich diesen Vorfall mal auf einem münsterländischen Wochenmarkt vor...

Schließlich besuchen wir noch den Shop des Visitor’s Centre und brechen dann aber zum Black Head auf, dem nordwestlichsten Punkt des Countys Clare, an dem es auch einen schönen Leuchtturm geben soll. Auf dem Weg dorthin genießen wir an vielen Stellen schöne Ausblicke auf die ruhige See. Black Head entpuppt sich als wenig aufregend. Den Leuchtturm hätten wir fast übersehen. Zudem gibt es auch keine Parkmöglichkeiten - man muss sehen, dass man sein Fahrzeug möglichst so am Straßenrand abstellt, dass man den Verkehr nicht allzusehr behindert.

Black Head - Burren meets Atlantic Ocean

Nachdem wir auf die Schnelle ein paar Fotos geschossen haben, fahren wir noch ein Stück weiter nach Fanore, wo es einen schönen Strand geben soll. Dort ist angesichts des Wochenendes und des Wetters einiges los. Wir beobachten die Leute eine Weile “von oben” (für’s Hinuntergehen fehlt uns die Zeit) und starten dann in Richtung Galway durch.

Strand von Fanore

Der Weg dorthin führt uns erneut durch Ballyvaughan, wo wir - fast schon wieder am Hotel - noch einmal Station am Burren Centre machen - im Grunde wiederum nichts großartig anderes als ein riesiger Souvenirshop mit angegliedertem Restaurant. Immerhin hat man hier auch einen schönen Blick aufs Meer.

Schon hier haben sich dunkle Wolken bedrohlich am Himmel aufgetürmt. Als wir an unserem nächsten Zwischenstopp, Corcomroe Abbey, einer ehemaligen Zisterzienserabtei in der Nähe des Fleckens Bellharbour, ankommen, gießt es immer noch und wir verbringen noch einige Zeit auf dem Parkplatz, bevor der Regen soweit nachlässt, dass man sich ins Freie trauen kann. Warum wir hier überhaupt anhalten? Na, laut Reiseführer gehört dies zu den “bedeutenden Plätzen im Burren” und davon müssen wir uns doch schon auch selbst überzeugen.

Corcomroe Abbey (Zisterzienserabtei)

Da wir keine Architekturexperten sind, ist es für uns nur “eine weitere Kirchenruine”, die gleichwohl reichlich Fotomotive bietet - nicht zuletzt wegen der zahlreichen keltischen Hochkreuze.

Der nächste Halt ist The Russel Gallery in Newquay, einer Galerie mit angeschlossener Keramikwerkstatt. Hier gibt es ein paar nette Bilder und selbst hergestellte Keramikobjekte zu sehen, die allerdings mal wieder nicht unseren Geschmack treffen. Sike ersteht noch Haarschmuck in Form eines biegsamen Filzobjekts und schon geht es weiter zum nächsten Ziel gleich um die Ecke: Flaggy Shore auf der Finavarra Peninsula, ein besonders schöner Küstenabschnitt im Burren, wo die Kalksteinplatten bis zum Meer reichen.

Flaggy Shore bei Newquay

Inzwischen hat sich das Wetter wieder gebessert und wir suchen uns ein Plätzchen auf den Felsen, wo wir das Gesicht ein paar Minuten in die Sonne halten können. Auch ist die Zeit für den nachmittäglichen Snack gekommen. Gestärkt brechen wir wenig später nach Galway auf, der Hauptstadt des gleichnamigen Countys, in dem auch unser endgültiges Tagesziel Clifden liegt.

Galway Cathedral

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir Galway. Dort besichtigen wir zunächst die gleichnamige Kathedrale, die im Innenraum nüchtern und modern gehalten ist. Anschließend bummeln wir entlang des River Corrib in Richtung Innenstadt. In diesem Gewässer sollen im Mai/Juni die Lachse wandern, wir können allerdings keinen erspähen. Allerdings beobachten wir in der Nähe eines Wehr einen Fischer, der mitten im offenbar seichten Fluss steht - vielleicht bekommt der ja einen an die Angel.

Innenstadt von Galway

Es herrscht im Übrigen herrlicher Sonnenschein, das Thermometer zeigt 22° an - für Irland schon fast hochsommerlich. Die Pubs im Zentrum sind voll, viele Leute sind in “Samstagabendaufmachung” unterwegs. Wir laufen noch eine Weile in der City herum und stecken auch die Nase in den einen oder anderen Laden. Erst gegen 18:45 Uhr sind wir wieder am Auto und brechen nach Clifden auf - errechnete Ankunft: 19:50 Uhr.

Auf der gut einstündigen Fahrt ändert sich die Landschaft: viel Grün, Berge, Sumpfland, 1000 kleine Seen... Wir kommen pünktlich am Hotel Byrne Mal Dua House an. Das Hotel liegt gut anderthalb Kilometer vor dem Ortszentrum. Für eine ausführliche Hotelbeschreibung verweise ich mal auf den morgigen Tag. An der Rezeption empfängt mich eine superfreundliche ältere Dame (die Chefin), die mir - ähnlich wie der Eigentümer unserer Unterkunft in Killarney - erst einmal lang und breit Tipps für Unternehmungen unterbreitet. Am Ende bekomme ich dann doch den Zimmerschlüssel und schaue es mir direkt an - es ist nicht der Brüller, schon etwas abgewohnt, aber ganz okay.

Mit Blick auf die Uhrzeit beziehen wir rasch das Zimmer und fahren ins Zentrum, um was zu futtern. Der Name des Lokals ist leider nicht überliefert... Jedenfalls haben wir uns für einen Tisch angemeldet, der erst gegen 21 Uhr frei wird. Die Wartezeit vertreiben wir uns in einem Internet-Café - ihr wisst schon, Wurzelimperium und so. Wir essen heute beide Fisch - für mich gibt es haddock (Schellfisch) mit ziemlich vielen Bohnen.

Nightlife in Clifden

Abschließend bummeln wir noch kurz durch den kleinen Ort - am heutigen Samstagabend ist überall die Hölle los. Nach Remmidemmi ist uns nach dem anstrengenden Tag aber nicht und so kehren wir bald ins Hotel zurück.

Fotoalbum Tag 9 (PicasaWeb/Google+)

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